
Bocchetta Pedenolo (2760 m)

| Talorte: | 🇨🇭 Umbrailpass (2503 m), 🇮🇹 Rastplatz Grasso di Solena (1980 m) | |
| km/hm: | 16 km, 462 hm 🔼 | |
| Level: | Medium | |
| Fahrtechnik: | ![]() |
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| Schiebestrecken: | keine | |
| E-Bikes: | für E-MTB mit Schiebehilfe geeignet |
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| Hütten/Einkehr: | keine | |
| Querein-/ausstiege: | ⤴️ Bocchetta di Forcola: Ausstieg zu einfacherer Direktabfahrt Grasso di Solena |
Beschreibung des Passes
Die Bocchetta Pedenolo ist die „Mountainbike-Option“ zur Abfahrt vom Stilfserjoch (2758 m) und Umbrailpass (2503 m) nach Bormio. Während Rennradfahrer sich auf der Straße mit ihren 40 Serpentinen und relativ viel Ausflugsverkehr hinabbewegen, kann über die Bocchetta Pedenolo mit etwas Zusatzanstieg eine sagenhafte und sehr flowige Trailabfahrt mit Fernblicken zu den Gletschern von Ortler (3905 m) und Cima Piazzi (3439 m) genossen werden.
Die Passauffahrt beginnt am Umbrailpass, an dem keine Einkehrmöglichkeiten bestehen. Der Pass kann radelnd oder per Postbus aus dem Münstertal erreicht werden; zudem können Biker vom Stilfserjoch her auf einem Flowtrail hierher gelangen. Die Auffahrt ist mit Bocchetta di Forcola (2768 m) beschildert, da die Bocchetta di Forcola der eigentlich logische direkte Übergang vom Umbrailpass an die Cancano-Seen darstellt, für uns aber nur der „Vorpass“ zur Bocchetta Pedenolo ist. Der Anstieg dorthin verläuft vollständig auf einem Singletrail, der bergauf mit E-MTB und für starke Biker auch ohne Motor fahrbar ist. Er ist 4,2 km lang und umfasst 280 Höhenmeter. Darin eingerechnet ist ein kurzer Zwischenabstieg von 20 hm im Mittelteil.
Bereits von der Bocchetta di Forcola eröffnet sich ein toller Fernblick, der auf der Westseite auch in das breite Hochtal Valle Forcola reicht. Rechts etwas unterhalb befinden sich verfallene Weltkriegskasernen, auch der Pass selbst ist mit Gängen befestigt. Die Staatsgrenze zur Schweiz liegt 600 Meter Luftlinie nordwärts. Von der ⤴️ Boccheta di Forcola kann dem Tal folgend ohne weitere Anstiege nach Bormio und zu den Cancano-Seen abgefahren werden. Der Weg ist aber überwiegend ein breiter Fahrweg, der zudem häufig an den querführenden Bächen zerstört ist und dann Schiebeabschnitte erzwingt.
In der Abfahrt wird in Kehre 1 zuerst die Kasernen-Ruine passiert. In Kehre 2 zweigt geradeaus ein Wanderweg ab, der ebenfalls als Höhenweg zur Bocchetta Pedenolo führt, ohne weitere Höhe zu verlieren. Dieser Trail ist allerdings schwer fahrbar, weil schmal und sehr geröllig in seitlich abschüssigem Gelände. Zudem führt er weiter hinauf als nötig, und passiert noch die 2782 m hohe Bocchetta di Pedenoletto, bevor ein neuerlich abgerutschter Militärweg sich zur Bocchetta Pedenolo fortsetzt. Deshalb ist es empfehlenswerter, über Kehre 2 hinaus noch weitere 550 Streckenmeter und zwei Mini-Kehren hindurch abzufahren, bevor dann scharf rechts auf den markierten Schotterweg zur Bocchetta Pedenolo abgezweigt wird. Dieser ist voll fahrbar, und erreicht nach 1,5 km und 140 Höhenmetern schließlich die Bocchetta Pedenolo.
Die gute Nachricht: Ab hier verläuft die Strecke auf den nächsten 9,5 km nur noch bergab, und verliert dabei 780 Höhenmeter. Die noch bessere Nachricht: Der größte Teil davon verläuft auf sehr flowigen Singletrails mit viel Panorama, und immer fahrbar! Nach einer anfänglichen Umrundung des Bergmassivs öffnet sich die Pedenolo-Hochalm mit Blick zur Cima Piazzi gegenüber. Die Hochalm fällt im Vergleich zum umgebenenden Gelände relativ sanft in Richtung Bormio ab, ist aber an allen Seiten durch fast senkrechte Felswände begrenzt und daher von oben her per Fahrweg erschlossen. Dieser Fahrweg, der eher als einspuriger Singletrail durchgeht, durchquert die Alm in unzähligen Kehren. Es gibt einen Rastplatz und einen Brunnen nahe der Almhütte, aber keine Einkehrmöglichkeit.
Nach den ersten 4,6 Abfahrtskilometern, auf denen 380 Höhenmeter abgebaut werden, erreicht der Trail die Abbruchkante der Hochalm, die den Blick auf das Tal des Forcola-Baches und des Addatals sowie der Cancano-Seen freigibt. Der Trail setzt sich nun in eng übereinander liegenden Kehren in der sehr steilen Wand fort, ganz unten ist der unwirklich in der gegenüber liegenden Wand eingebaute Fahrweg des Forcola-Tals zu sehen, in den er später einmündet. Nach 15 Kehren wird der Fahrweg schließlich erreicht. Er führt dann weiterhin fallend talauswärts zu dem Rastplatz am Ende der eigentlichen Abfahrt, wo man links Richtung 🏠 Bormio, rechts Richtung 🏠 Cancano-Seen und Livigno weiterfahren kann.




für E-MTB mit Schiebehilfe geeignet





